Archiv für den Monat: Februar 2021

Informationen zum Förderprogramm „Betriebliche Kinderbetreuung“

Das Förderprogramm „Betriebliche Kinderbetreuung“ ist vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend neu aufgelegt worden. Es ist im September 2020 gestartet und läuft bis zum 31.12.2022. 

Das Förderprogramm bietet eine Anschubfinanzierung für Unternehmen, die neue Plätze in der betrieblichen Kinderbetreuung schaffen und somit zur Gestaltung einer familienbewussten Lebens- und Arbeitswelt beitragen. Auf diese Weise unterstützt es insbesondere KMU dabei, sich der Herausforderung beim Thema Fachkräftesicherung zu stellen und beim Wettbewerb um Fachkräfte im Rahmen einer familienfreundlichen Unternehmenskultur mit Großunternehmen mithalten zu können.

Das Förderprogramm richtet sich an Arbeitgeber mit Sitz in Deutschland und regt zudem die Kooperation von kleinen und mittelständischen Unternehmen an. Die Zusammenarbeit mit öffentlichen, gemeinnützigen oder privat-gewerblichen Trägern von Kinderbetreuungsangeboten ist möglich und entlastet Unternehmen bei der Organisation ihrer betrieblichen Kinderbetreuung.

Mit Hilfe der vier Module des Förderprogramms können die Unternehmen ein passendes Betreuungsangebot für ihre Beschäftigten entwickeln:

  • Modul 1: Förderung betrieblich unterstützter Betreuungsplätze in der Kindertagesbetreuung
  • Modul 2: Förderung betrieblich unterstützter Betreuungsplätze in der Kindertagespflege
  • Modul 3: Förderung von betrieblich unterstützten Plätzen zur Betreuung in Ausnahmefällen
  • Modul 4: Förderung von Plätzen in betrieblich unterstützter Ferienbetreuung. 

In den Modulen 1 bis 3 können neu zu schaffende betriebliche Betreuungsplätze unter Beteiligung der Arbeitgeber mit bis zu 400 € pro Platz und Monat gefördert werden. Im Modul 4 ist die Förderung mit bis zu 25 € pro Platz und Tag möglich. Die Förderrichtlinie und weitere Dokumente zum Programm finden Sie auf der Website www.erfolgsfaktor-familie.de/kinderbetreuung.

Die Aufzeichnungen von Online-Seminaren zum Förderprogramm „Betriebliche Kinderbetreuung“ bieten weitere Informationen – hier finden Sie auch Beispiele aus der Praxis: https://www.erfolgsfaktor-familie.de/noch-fragen-hier-koennen-sie-sich-beraten-lassen.html

Die Servicestelle berät Sie gern zu Ihren Fragen zur betrieblichen Kinderbetreuung und zum Förderprogramm und unterstützt Sie bei der Beantragung von Fördermitteln.

Sie erreichen die Servicestelle:

  • telefonisch: 0800-0009838 (kostenlos) am Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr sowie Donnerstag von 14.00 bis 17.00 Uhr

Interessantes zur BGW – Ein Mitglied des LVKTP berichtet

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
unsere Kollegin Micaela Scheffel aus Gera möchte mit folgendem Beitrag über wichtige Punkte, die Kindertagespflegepersonen bei der Absicherung über die Berufsgenossenschaft beachten sollten, informieren.

Diese sind:

  1. Höhe der Versicherungssumme
  2. Arbeitsunfälle melden
  3. Die BGW und Corona 

1.Höhe der Versicherungssumme

Alle die KTPPs, die sich mit dem Thema „Beitragshöhe“ noch nicht auseinandergesetzt haben, möchte ich hiermit dazu ermuntern. Dieses Thema wird spätestens dann interessant, wenn die KTPP wegen eines Arbeitsunfalls einen Verdienstausfall erleidet.

Die Höhe der Versicherungssumme richtet sich nach dem Wunsch des Antragstellers. Jeder hat die Möglichkeit, die Höhe zwischen Mindest – und Höchstversicherungssumme zu wählen. Nicht jeder weiß das und ist noch mit der Mindestversicherungssumme versichert. Das hat zur Folge, dass im Falle eines Ausfalls weniger Verletztengeld oder Vollrente bezahlt wird und ein Verdienstausfall damit nicht vollständig ausgeglichen wird. 

Zu bedenken ist hierbei, dass uns die Jugendämter die Kosten der Unfallversicherung in angemessener Höhe zu erstatten haben.  Es macht also Sinn, sich mit einer Summezu versichern, die dem aktuellen Einkommen entspricht. Die Tabelle mit den gestaffelten Beträgen zur Versicherungssumme, täglichem Verletztengeld und monatlicher Vollrente befindet sich immer als Beilage zum Beitragsbescheid. Verletztengeld und Vollrente werden nicht nach Eurem Einkommen sondern nach der Höhe der Versicherungssumme gezahlt.

Wer jetzt feststellt, dass er unterversichert ist, dem empfehle ich, sich schnellstmöglich höher zu versichern. Das geht auch mitten im Beitragsjahr. Das Jugendamt erstattet dann auch die Differenz des Beitrages.

2.Arbeitsunfälle melden

Trotz größter Vorsicht kommt es bei unserer Arbeit immer wieder zu kleineren und größeren Unfällen oder Krankheiten, die beruflich bedingt sind. Zunächst möchte ich ins Bewusstsein rufen, dass wir auch bei Bagatellunfällen ein Recht darauf haben, dass diese reguliert werden. Wir sind keine Ärzte und können deswegen eventuelle Folgeschäden oft gar nicht abschätzen. 

Deswegen empfehle ich auch bei kleineren Unfällen (z.B. mit dem Fuß umknicken, weil Ihr auf einen Baustein getreten seid) den D – Arzt aufzusuchen und gegebenenfalls eine Unfallmeldung an die BGW zu schicken, wenn sich daraus eine Behandlung oder Arbeitsunfähigkeit ergibt. 

Habt Ihr einen Schaden durch einen Unfall erlitten, ist also folgende Reihenfolge einzuhalten: innerhalb von drei Tagen sucht Ihr einen D – Arzt auf und füllt anschließend eine Unfallanzeige aus, die Ihr zur BGW schickt. Der D – Arzt schickt parallel dazu seinen Bericht an die BGW. (Sollte es sich aus Sicht des D – Arztes nicht um einen Unfall handeln, bezahlt die Behandlung dann nicht die BGW sondern Eure Krankenkasse.) Anschließend erhaltet Ihr Post mit Formularen zum Unfallhergang, zur Anfrage nach Euren Versicherungen (Sozial -, Kranken – ,Pflege-) und zur Feststellung des Anspruches auf Leistungen wie Verletztengeld oder Rente. Jederzeit sind die freundlichen Mitarbeiter der BGW bereit, telefonisch beim Ausfüllen oder anderen Fragen zu helfen.

Also nehmt auch kleinere Unfälle ernst, wenn Ihr dadurch einen Schaden erlitten habt und macht Eure Ansprüche geltend.

3.Die BGW und Corona 

Jeder Versicherte erhält das BGWmagazin kostenlos zugestellt. In der Ausgabe 1/21 gibt es auf den Seiten 6 – 9 ausführliche Informationen zum Thema „Gemeinsam die Pandemie bewältigen“. In der Ausgabe 1/22 wird das Thema „Long – bzw. Post – Covid“ behandelt.

Es wird erläutert, dass im Falle einer Covid – 19 – Erkrankung deren Anerkennung als Berufskrankheit in Betracht kommt. Bis Ende Dezember 2020 hat die BGW laut ihrem Artikel 78,6 % der Verdachtsanzeigen anerkannt. Länger Erkrankte erhielten zudem noch Leistungen für Heilbehandlungen und zur Rehabilitation.

Seit 2022 hat die BGW die Kindertagespflegepersonen als Risikogruppe eingstuft. Damit fallen diese unter die Beweiserleichterung bei den Covid – 19 – Fällen. Somit entfällt das Benennen von Indexpersonen. (Nicht jedes Elternteil ist bereit, sein Kind testen zu lassen, nur weil die KTPP „positiv“ ist.) Solltet Ihr also Symptome haben und der PCR – Test positiv ausfallen, lasst Euch dafür eine Arbeitsunfähigkeit ausstellen und beantragt mit dieser bei der BGW für die Zeit Eurer Schließung Verletztengeld.

Fazit:

  • Jede TPP sollte mindestens in Höhe ihres Einkommens versichert sein.
  • Auch kleinere Schäden, die durch die Ausübung der Tätigkeit als TPP entstanden sind, sollten angezeigt werden.
  • Wer auf das Covid – 19 – Virus positiv getestet wurde und mit Symptomen erkrankt, sollte dies unbedingt bei der BGW anzeigen und Verletztengeld beantragen.

Obwohl wir mit unserer Versicherung bei der BGW sehr gut abgesichert sind, wünsche ich allen TPPs eine unfallfreie Zeit ohne das Covid – 19 – Virus.

Eure Micaela Scheffel