Gründung des Landesverbandes für Kindertagespflege in Thüringen

Von vorne links: Yvonne Russ, Kerstin Becker, Claudia Meins-Reidenbach und Karoline Thielen-Wollscheid, der frischgewählte Vorstand. Sowie Inge Losch-Engler (rechts außen) und Heiko Krause (hinten) vom Bundesverband für KIndertagespflege.

Wir haben es geschafft. Aus dem Netzwerk Kindertagespflege Thüringen, dem die Vereine Jena, Weimar und Erfurt sowie engagierte Tagespflegepersonen aus weiteren Thüringer Landkreisen anghörten, hat sich am 22.01.2019 in der Begegnungsstätte „Kleine Synagoge“ in Erfurt der „Landesverband für Kindertagespflege Thüringen“ gegründet. 

Gemeinsam mit Inge Losch-Engler und Heiko Krause vom Bundesverband für Kindertagespflege sowie unserem juristischen Berater, Klaus Müller, haben wir rund 20 engagierten Tagespflegepersonen, nach langen Jahren der Vorbereitung und des Zusammenwachsens, eine Interessenvertretung der Kindertagespflege für ganz Thüringen ins Leben gerufen. 

Als Gäste durften wir an diesem Abend Frau Ina Paul von der AWO in Erfurt und Herrn Denny Möller, Stadtrat in Erfurt und Leiter des Erfurter Jugendhilfeausschusses begrüßen. Das Grußwort von Astrid Rothe-Beinlich, mit den besten Grüßen der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Thüringen, stimmte die Anwesenen auf die vielen nun folgenden Aufgaben und Herausforderungen des frisch gegründeten Landesverbandes ein.

Unser besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen Gründungsmitgliedern, die den frisch gegründeten Landesverband aktiv unterstützen sowie Inge Losch-Engler und Heiko Krause vom Bundesverband für Kindertagespflege, die uns durch diesen Abend und die arbeitsreiche Vorgründungsphase geleitet haben. Auch den Kolleginnen und Kollegen aus den Landesverbänden Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt möchten wir herzlich danken für die vielen praktischen Tipps und die regelmäßigen Ermunterungen, den Weg zur Gründung eines Landesverbandes für Thüringen weiterzugehen. Bedanken möchten wir uns auch für die vielen Ermutigungen, die wir von Politikern, Vertretern der Kinder- und Jugendhilfe und insbesondere den vielen Eltern und den Elternvertretern des Erfurter Stadtelternbeirats erhalten haben.

Nun werden wir uns vor allem bemühen weitere Verbindungen zu den Kindertagespflegepersonen in den Landkreisen zu knüpfen, die Kontakte in den Landtag und zu den Ministerien weiter auszubauen und auf die pädagogisch wertvolle Arbeit, die wir als Kindertagespflegepersonen täglich für die kleinsten Bürger Thüringens leisten, hinzuweisen. Als Landesverband setzen wir uns unter anderem für eine leistungsgerechte Vergütung und die Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Kindertagespflege ein. Wie wir alle Wissen ist das keine kleine Aufgabe. Aber mit der Unterstützung der Thüringer Tagespflegepersonen und den vielen von der Kindertagespflege überzeugten Thüringern, werden wir in den nächsten Jahren sicher einige Entwicklungen zum positiven hin erreichen können. 

Auf eine gute Zusammenarbeit freuen sich Claudia Meins-Reidenbach, Vorsitzende, Kerstin Becker und Karoline Thielen-Wollscheid, die beiden stellvertretenden Vorsitzenden und Yvonne Russ, Schatzmeisterin.

G-BA beschließt neue Leistungen zur Vermeidung von Karies bei Kleinkindern

Berlin, 17. Januar 2019 – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat den Anspruch auf zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen und Vorsorgemaßnahmen für Kinder ausgeweitet und die Angebote altersgruppenspezifisch neu strukturiert. Mit dem Ziel, das Auftreten von frühkindlicher Karies zu verringern, werden erstmals auch Kleinkinder unter drei Jahren einbezogen. Die Neufassung der Richtlinie zur zahnärztlichen Früherkennung bei Kindern wurde am Donnerstag in Berlin beschlossen.

Die wichtigsten neuen zahnärztlichen Früherkennungsleistungen für Kinder:

  • Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen können zukünftig bereits ab dem 6. Lebensmonat wahrgenommen werden. Bislang ist dies erst für Kinder ab dem 3. Lebensjahr vorgesehen. Zwischen dem 6. und 34. Lebensmonat besteht nun ein neuer Anspruch auf drei Früherkennungsuntersuchungen. Diese sind zeitlich auf die U-Untersuchungen abgestimmt. Kinder zwischen dem 34. Lebensmonat und dem vollendeten 6. Lebensjahr haben weiterhin unverändert Anspruch auf drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen.
     
  • Im Rahmen der neu eingeführten Früherkennungsuntersuchungen vor dem 34. Lebensmonat soll die Zahnärztin oder der Zahnarzt die Betreuungspersonen beispielsweise auch über die Ursachen von Erkrankungen im Mund aufklären und in der Anamnese die Anwendung von Fluoridierungsmitteln wie Zahnpasta erfragen.
     
  • Das Auftragen von Fluoridlack zur Zahnschmelzhärtung wird für Kinder zwischen dem 6. und 34. Lebensmonat Kassenleistung. Der neue Anspruch besteht zweimal je Kalenderhalbjahr, unabhängig davon, ob bei den Kindern eine (initial-)kariöse Läsion vorliegt. Fluoridlack trägt durch die Remineralisierung der Zahnoberfläche dazu bei, das Entstehen und das Fortschreiten von Karies zu verhindern. Kinder zwischen dem 34. Lebensmonat und dem vollendeten 6. Lebensjahr haben weiterhin unverändert Anspruch auf Fluoridierung bei hohem Kariesrisiko.

Der Beschluss wird dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt und tritt nach Nichtbeanstandung und Veröffentlichung im Bundesanzeiger, frühestens jedoch am 1. Juli 2019, in Kraft. Neue Leistungen können erst dann erbracht werden, wenn der Bewertungsausschuss über die Höhe der Vergütung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA) entschieden hat.

Hintergrund: Früherkennung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten bei Kindern

Kinder zwischen dem 3. und vollendeten 6. Lebensjahr haben gemäß den derzeit geltenden Richtlinien über die Früherkennungsuntersuchungen auf Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten Anspruch auf drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen. Zum Leistungsumfang gehört insbesondere, dass die Zahnärztin oder der Zahnarzt die Mundhöhle untersucht, das Kariesrisiko des Kindes einschätzt, zu Ernährungsrisiken durch zuckerhaltige Speisen und Getränke und zur richtigen Mundhygiene berät und gegebenenfalls fluoridhaltige Zahnpasta zur Schmelzhärtung empfiehlt. Bei hohem Kariesrisiko können die Zähne des Kindes ab dem 30. Lebensmonat zweimal pro Kalenderhalbjahr zusätzlich mit Fluoridlack behandelt werden.

Mit dem Präventionsgesetz von 2015 hat der Gesetzgeber den G-BA beauftragt, auch Näheres zur Ausgestaltung der zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen zur Vermeidung von frühkindlicher Karies zu regeln.

Der G-BA nahm eine Bewertung der oralpräventiven Effekte zusätzlicher Früherkennungsuntersuchungen für Kinder vor dem 30. Lebensmonat vor und beauftragte zudem das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit einer Bewertung einer Fluoridlackapplikation im Milchgebiss zur Verhinderung des Voranschreitens und des Entstehens von Initialkaries bzw. neuer Kariesläsionen.

Parallel zu den Beratungen der Richtlinie zur zahnärztlichen Früherkennung legte der G-BA bereits 2016 in der Kinder-Richtlinie fest, dass Kinder bei der sogenannten U5, U6 und U7, also ab dem 7. Lebensmonat, von der Kinderärztin oder dem Kinderarzt zur Abklärung von Auffälligkeiten an Zähnen oder Mundschleimhaut an eine Zahnärztin oder einen Zahnarzt verwiesen werden können.

https://www.g-ba.de/institution/presse/pressemitteilungen/782/